Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/211

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Stark waren sie nur in dem Wasser, auf dem Lande vermochten sie Niemand etwas anzuhaben.

Sylow.     
23.

Die Nixen waren ausgezeichnet durch ungewöhnliche Kraft und Ausdauer. Wenn sie mit den Bauern in einen Streit geriethen, so sahen sie danach hin, dass der Streit in der Nähe eines Flusses oder eines Fasses mit Wasser stattfand. Die Nixen netzten nämlich dann ihre Linnengürtel wiederholt mit Wasser; sie waren, so lange diese nass blieben, unüberwindlich.

Dissen.     
24.

Die jungen Burschen tanzten einst mit ihren Mädchen in der Nähe des Wassers: da stiegen Nixen aus demselben heraus und begannen mit den jungen Wenden zu kämpfen. Anfangs und zwar so lange der Streit in der Nähe des Wassers stattfand, waren die Nixen siegreich, als derselbe aber sich vom Wasser fortzog, wurden sie von den Wenden besiegt.

Sylow.     
25.

Die Bauern aus Drehnow gingen des Sonntags oft nach Döbberick zum Tanze; der Tanz fand auf einem Berge dicht beim Dorfe statt. Dort gesellten sich oft die Nixe zu ihnen, welche rothe Kleidung trugen, die an den Säumen nass war. Die Nixe sahen zu, wo sie ein Glas Branntwein bekamen; das tranken sie aus. Wurden nun die Bauern darüber böse und schlugen nach ihnen, so traf der Schlag nur in die Luft. War dann der Tanz zu Ende, so liessen die Drehnower sich von einem Musikanten heim begleiten, welcher lustig aufgeigen musste, wenn sie die Malxe überschritten. Sobald nämlich die Musik erscholl, mussten die Nixe tanzen; dann konnten sie den Bauern aus Drehnow nichts anhaben.

Sylow.     
26.

Ein Nix verliebte sich in die Tochter eines Bauers aus Striesow und hielt auch um ihre Hand an. Der Bauer gab ihm aber die Tochter nicht. Darüber wurde der Nix sehr