Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/214

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bevor meine jüngste Tochter unglücklich wird, magst Du sterben, denn unser Geschlecht kann nimmer mit Euch Menschen zusammen leben; wir sind von Ewigkeit und Ihr müsst vergehen.“ Darauf sprang er auf ihn zu und biss ihn in die Kehle. Der junge Bauer schrie auf, aber der Nix biss noch einmal zu, da war der junge Bauer todt. Als die Tochter des Nix sah, was ihr Vater gethan hatte, jammerte sie laut auf, aber ihr Vater sagte: „Hinaus mit ihm.“ Da trug sie die Leiche ihres Geliebten an das Ufer und weinte sehr. Am andern Morgen fanden Leute die Leiche des jungen Bauern am Teich; sie sagten, er sei ertrunken und trugen ihn in das Dorf. Die Tochter des Nix ist noch oft am Ufer gesehen worden. Da, wo sie sich gezeigt hat, sind stets die schönsten Lilien gewachsen.

bei Vetschau R.     
29.

In Döbberick ist einmal ein Mädchen gewesen, welches zu Tanze gegangen ist, trotzdem seine Mutter eben erst gestorben war. Es hat sich aber nicht lange an Musik und Tanz freuen können, denn plötzlich ist aus dem Pfuhl bei dem Dorfe der Nix gekommen und hat das Mädchen geholt. Kaum war der Nix mit dem Mädchen verschwunden, so hat man auf der Schwelle des Wirthshauses, in welchem getanzt wurde, Blut gesehen.

Sergen.     
30.

Wenn die Nixen die Hülfe einer Hebamme gebraucht hatten, so wurde dieser als Lohn eine Mulde mit Geld gefüllt dargereicht.

Die Hebamme durfte aber nicht mehr als fünfzehn Silbergroschen von dem Gelde nehmen, sonst erging es ihr übel, sie wurde nämlich alsdann in das Wasser gezogen.

Dissen.     
31.

Von der Markgrafenmühle bis zur Stadt Cottbus herrscht der Nix in der Spree. Darum muss dort alljährlich ein Mensch ertrinken, sonst hat der Nix keine Ruhe im Wasser.

Papitz.