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Mit jüngern Leuten zwar verkehrt er,

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Doch denen ist sein Wein weit werther.

Wohl muß er kürzen die Geschichten,
Will er die Freunde stets nicht lichten.
In einem Monat hat er jetzt,
Sie all ermüdet mit Geschwätz,

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Und muß sich neue drum erkunden.

Längst ist sein Dichtergeist entschwunden;
Nach Reimen sucht er Stunden lang;
Längst ist gelähmt des Witzes Drang;
Was jetzt er schreibt ist eitler Kram

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Und seine Muße gänzlich lahm.

O, würf’ er nur die Feder fort!
Doch Rath ist nicht am rechten Ort.
     Auch zeigt mir Mancher Zärtlichkeit,
Der mir ein höher Alter leiht:

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Er ist weit älter, als er zeigt,

Da er in Carls Regierung[1] reicht;
Jetzt trinkt er kaum ’ne Pinte Wein;
Das kann kein gutes Zeichen sein!
Sein Magen selbst wird kränklich gar:

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Wir hielten ihn vergangnes Jahr

Für sehr gesund und voll von Kraft;
Jetzt ist ihm alle Stärk’ entrafft.
Ob er wohl bis zum längsten Tag
Jetzt auszuhalten noch vermag?

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     Die Herrn complimentiren sich,

Und Jeder glaubt, denkt er an mich,
So schlimm stand es mit mir noch nie!
In Bildern gleichsam sprechen sie;


  1. Carls II.
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift übersetzt von Franz Kottenkamp: Verse auf Swift’s Tod. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1844, Seite 237. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Verse_auf_Swift%E2%80%99s_Tod-Swift-1844.djvu/2&oldid=- (Version vom 1.8.2018)