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Artikeln an, um Swift zu fluchen,
Auch sein Verdienst wohl aufzusuchen,

115
Das er um Irland sich erwarb

Als er Herrn Walpole’s[1] Spiel verdarb.
Die Aerzte, weise sehr, belieben
Des Todes Schuld mir zuzuschieben.
Der Fall war schwierig, sagen sie,

120
Doch unsern Rath befolgt er nie.

Hätt’ er’s gethan, so konnt’ er gar
Gewiß noch leben zwanzig Jahr,
Denn die Secirung gab uns kund,
Die innern Theil’ als ganz gesund.

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Nach London kommt die Nachricht dann

So schnell nur immer möglich an.
Bei Hofe heißt es, Swift ist todt.
Die Dame, die viel Klatsch mir bot,[2]
Und die voll süßer Frömmigkeit

130
Mir einst geschadet hat, ist heut

In schlechter Laune, doch sie fährt
Sogleich mit Christensinn bewehrt
Zu andern Freunden, die mir blühn:
Jetzt ist er todt; gewiß hat ihn

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Der Teufel jetzt in seinen Klauen,

Und wird auch ihn mit Hohn erbauen.
     Ein Kuppler, vornehm, reich und fein
Tritt beim Minister Walpole ein. –
Swift todt! – War er zum Tod bereit,

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So ist mir diese Nachricht leid.

  1. Der Minister Sir Robert Walpole. Vergl. die Biogr.
  2. Lady Suffolk, welche die Königin Anna gegen Swift erbitterte und alle Bemühungen Harley’s und Bolingbroke’s, ihn zum Bischof zu ernennen, vereitelte.
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift übersetzt von Franz Kottenkamp: Verse auf Swift’s Tod. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1844, Seite 240. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Verse_auf_Swift%E2%80%99s_Tod-Swift-1844.djvu/5&oldid=- (Version vom 1.8.2018)