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Doch könnt’ er leben meinetwegen,
Der Wicht! und auch die Feder regen,
Obgleich er Bischofsrang erwürbe,
Wenn Bolingbroke statt seiner stürbe!

145
     Der Buchhändler, der manche Schrift

Von mir verlegt, zieht dann von Swift
Drei staub’ge Manuscript’ hervor,
Putzt ab den Schmutz, denkt an den Flor
Von einem modischen Genie;

150
„Der Herr da revidire sie!“

Verfuhr er doch so säuberlich
Mit Andern, Bessern noch wie ich!
Er wird der Welt gedruckt auch geben,
Mein Testament, so wie mein Leben,

155
Vor Allem meiner Briefe Schwall!

Pasquille gegen mich, die all
Zum Tod allein geboren waren,
Auch werden revidirt in Schaaren,
Ob sie in diesen Zeitpunkt passen;

160
Ich muß es mir gefallen lassen.


     Wechsl’ ich die Scen’ um auszufinden
Die Herren all, die Schmerz empfinden,
Sobald sie meinen Tod vernehmen.
Pope wird sich einen Monat grämen,

165
Gay eine Woche noch hernach,

Und Arbuthnot nur einen Tag.
Bolingbroke kaut die Feder ab,
Und eine Thräne rinnt hinab
Die Wang’ ihm dann. Die Andern zucken

170
Die Achseln wohl nur oder spucken
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift übersetzt von Franz Kottenkamp: Verse auf Swift’s Tod. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1844, Seite 241. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Verse_auf_Swift%E2%80%99s_Tod-Swift-1844.djvu/6&oldid=- (Version vom 1.8.2018)