Seite:Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen Teil 1 1759.pdf/77

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

einfällt. Verständige Zuhörer ersetzen diesen Verlust durch ihre Vorstellungs Kraft. Diese Zuhörer sind es, denen wir hauptsächlich zu gefallen suchen müssen.

 §. 21.  Wenn man dem Triller einen lahmen Nachschlag anhängt Fig. XXXII; wenn man dem letztern noch ein Nötgen beyfügt Fig. XXXIII, welches man mit Recht unter die verwerflichen Nachschläge rechnen kan; wenn man den Triller nicht gehörig aushält, ohngeacht alle Arten davon, bis auf den Prall-Triller, so lange geschlagen werden müssen, als die Geltung der Note, worüber er steht, dauret; wenn man in den Triller, welcher durch einen Vorschlag angeschlossen ist, hinein plumpt, ohne den Vorschlag zu machen oder ihn an den Triller zu hängen; wenn man diesen frechen Triller auf das stärckste schlägt, ohngeachtet der Gedancke schwach und matt vorgetragen werden soll; wenn man endlich zu viel trillert, indem man glaubt verbunden zu seyn, jedwede etwas lange Note mit einem Triller zu bezeichnen: so begehet man eben so heßliche als gewöhnliche Fehler. Dieses sind die lieblichen Trillerchen, von denen schon im Eingange §. 10. etwas erwehnt worden ist.

 §. 22.  Der Triller von unten mit seinem Zeichen und seiner Ausführung ist bey Fig. XXXIV. zu sehen. Weil dieses Zeichen ausser dem Claviere nicht sonderlich bekandt ist, so pflegt dieser Triller auch wohl so bezeichnet zu werden (*), oder man setzt das gewöhnliche Zeichen eines tr. und überläßt dem Gutbefinden des Spielers oder Sängers, was für eine Art von Triller er da anbringen will.

 §. 23.  Weil dieser Triller viele Noten enthält, so erfordert er zu seinem Sitze eine lange Note und hat also auch den gewöhnlichen Nachschlag, es wären denn geschwinde Nachschläge