Seite:Vier Tage und vier Nächte auf dem dritten Säcular-Feste in Marburg vom 27ten bis 30ten Juli 1827.pdf/28

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     Nach den 4 Verzeichnissen über die Fremden darfst du deren Zahl nicht bestimmen. Es sind deren gewiß noch die Hälfte mehr da gewesen, die aber nicht gemeldet worden. Mich selbst z. B. wirst Du darin nicht finden, und doch war ich gewiß da. Ich schätze die Zahl der Fremden auf circa 2500 und die der Studios auf 500. Vor hundert Jahren waren der Letzteren 800 zusammen, versteht sich mit den hiesigen.

     Die beiden ältesten Burschen waren aus den sechsziger Jahren, der Kurhessische Justiz-Beamte, Rath Theiß[1], aus Wetter[2], und der Landgräfliche Geheime-Rath Haupt von Homburg[3] vor der Höhe, - ersterer 1766 immatriculirt, 79 Jahre alt, und jetzt der älteste Staatsdiener, und erhielt auf dem Jubiläum die Doctor-Würde, - letzterer 1767 immatriculirt.

     Aus den folgenden beiden Jahrzehnten waren nicht so viele da, wie man wohl hätte erwarten sollen. Nimm Dein Stammbuch[4] und den jetzigen Adreß-Kalender, wie viele findest Du noch aus unserer Zeit, den 80er Jahren?!

     Aber weiter herab aus den 90er Jahren und aus denen von 1800 bis 1812 und noch weiter herab waren sehr viele da. Aus dem Lehrstande die meisten, natürlich, weil deren die meisten sind.

     Unter den herausgekommenen Gedichten zeichnen sich, nach dem Urtheil competenter Richter, die Ode und der Rundgesang bei dem Fackelzuge von dem Studenten Wolf aus dem Fuldaischen vor allen andern aus. Ich schicke Dir alles.

     Schließlich muß ich noch rührend erwähnen, daß am letzten Tage an einer table d’hôte ein junger Studio Marburgs Bürgern einen Toast ausbrachte, - und hiermit Punctum[5]!

     Es grüßt Dich Dein alter treuer

Peregrinus

.

  1. Justizbeamter in Wetter [[1]]
  2. Kleinstadt in der Nähe von Marburg
  3. Dr. Friedrich Albrecht Haupt, u.a. Geheimer Rath, Landgräflicher Justizrat, Oberappellations-Rath und Hofrath im Kurfürstentum Hessen-Kassel [[2]]
  4. eine Art Freundebuch
  5. Ende