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und zur Lesebibliothek bestimmt wärd. Die Wahl der Bücher ist aber nicht immer die glücklichste gewesen, und in der Quantität die Qualität untergegangen, Der jetzige Bibliothekar ist ein Buchbinder; ein Beweis, daß der beste Theil dieser Büchersammlung in guter Ordnung erhalten werden wird.

Doch es ist Zeit, daß ich den Leser mit der Lebensweise, dem gesellschaftlichen Ton und den Vergnügungen der Liebauer bekannt mache, und so in dem Gemälde dieser Stadt mehr Leben gruppire. In der Regel opfern die Musen nicht gern im Tempel Merkurs; daher sind auch hier Literatur und Kunst nicht einheimisch; doch giebt es hier manchen wissenschaftlich gebildeten Kopf und einzelne Subjekte unter den Beamten und Kaufleuten von ausgebreiteten Kenntnissen, Auch findet man bey manchem Privatmann nicht unbedeutende Kunstsammlungen; wovon ich hier nur der Naturaliensammlung des Herrn Pastors Preiß beyläufig erwähnen will. Sie ist an Konchilien, Mineralien und Holzarten sehr vollständig; auch gehört dazu

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 93. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/104&oldid=- (Version vom 3.3.2019)