Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/108

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störte, — haben, Gottlob! aufgehört, und an deren Stelle ist ein eleganter, geschmackvoller Casino getreten, wo Sittlichkeit und Ordnung herrschen, niemand mit dem Legegeld die Sittenfreyheit bezahlt zu haben glaubt, und wohin kein Ton von der Brücke her sich verliert, Hier wird in der Regel alle zwey Wochen getanzt.

Zu den Vergnügungen der Liebauer gehören auch die Wasserfahrten, die zuweilen im Hafen oder auf dem kleinen See angestellt werden, und den eigentlichen Theilnehmern nicht weniger Vergnügen gewähren, als den Zuschauern, Ein Kahn, mit Musik besetzt, zieht voran und die kleine Flotte hinter ihm her Wenn man dann am Ufer steht und der jubelnde Zug sich entfernt, und die harmonischen Töne, vom Abendwinde getragen, bald lauter, bald leiser erschallen, endlich nur einzelne Laute das Ohr erreichen; bis eine völlige Stille eintritt, und die Böte in weiter Ferne wie Punkte in den Lichtstrahlen des Mondenschimmers verschwinden; dann füllt eine wehmüthige Empfindung die Brust, und man fühlt es, wie die

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/108&oldid=- (Version vom 3.3.2019)