Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/113

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die Jakob im Traum erblickte, mag diese hier manchem im Traum erschienen seyn. Ich habe hier zuweilen im stärksten Sturm Schiffe einlaufen gesehn, was ein höchst interessantes Schauspiel gewährt.

Schon das Abfahren der Lootsen, die, in den hohen Wellen, nur ihre geprüfte Geschicklichkeit erhalten kann, bewegt das Herz mit Angst und Hoffnung; bald verschwindet das Boot, von den Wogen verschlungen, bald erhebt es sich wieder. Endlich haben die Lootsen das Schiff erreicht, um es, wenn es nur irgend in der Richtung des Windes möglich ist, in den Hafen zu leiten. Mit stärkeren Kräften, als das kleine Boot, doch mit eben so großer, oft noch größerer Gefahr beginnt nun das Schiff den Wellenkampf; immer kleiner wird der Raum zwischen ihm und dem Hafen, jezt ist es schon so nahe, daß man die Gesichtszüge der Personen unterscheiden und die Besorgniß, die ängsıliche Spannung in ihren Gesichtszügen lesen kann. Dicht vor dem Hafen, nur wenige Fuß von demselben, ist die Brandung am heftigsten, weil hier das eindringende

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/113&oldid=- (Version vom 3.3.2019)