Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/117

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nach dem Naggen- und Irgenschen-Kruge Statt. —

Noch bin ich dem Leser eine Zeichnung der Sitten und des häuslichen Lebens der Liebaner schuldig; und ich freue mich in Wahrheit, hier so gegründete Veranlassung zum uneingeschränkten Lobe zu finden. Für den Fremden sowohl als für den Einheimischen muß unter allen Städten Kurlands diese gewiß den Preis der Geselligkeit und Gastfreyheit davon tragen. Man hat ihr den doppelten Vorwurf gemacht, daß die Gesellschaft der Kaufleute steif und — jedem Nicht-Kaufmann unzugänglich, und eigentlich nur bloße Trinkgelage wären; aber dieser Vorwurf ist ungegründet. Ich glaube, daß man schwerlich irgendwo ohne Unterschied der Person gegen jeden Fremden gastfreyer, zuvorkommender und gefälliger wäre, als gerade hier, und kenne keinen Ort, wo es ungezwungenere und frohere Gesellschaften giebt, als Liebau. An den wohlbesetzten Tafeln der Liebauer, wo es am besten Weine nie zu fehlen pflegt, findet sich vielleicht, wie überall, mancher brave Zecher, dem

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 106. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/117&oldid=- (Version vom 3.3.2019)