Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/146

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wenn dieser aber fortgegangen, sich mächtig erhebt, und als schimmerndes Gestirn einherzieht, — doch trotz aller eingesogenen Glut nur schimmern, nicht erwärmen kann.

Das Schloß hat außer seiner Form und seinen unterirdischen Gewölben, von denen ich mehr sprechen werde, nichts von Alterthümern aufbewahrt. Desto interessanter ist die Sage von den ehemaligen Besitzern dieser Güter, welche hier allgemein unter den Bewohnern dieser Grafschaft fortlebt und sich auf Traditionen noch vor wenig Jahren gelebt habender Greise gründet, denen ich jedoch, auf einige historische handschriftliche Nachrichten gestützt, widersprechen muß. Die Sage erzählt nämlich, der letzte Zweig der Familie Schwerin, Johann Anton, der zu Ende des 17ten Jahrhunderts und im Anfange des 18ten die sämmtlichen Alschwangenschen Güter besessen, habe wegen eines mit einem seiner Nachbarn erhobenen Prozesses, dessen Gegenstand der Vorrang im Kirchenstuhl gewesen, eine Reise nach Warschau gemacht, und habe dort die Tochter eines Polnischen Magnaten kennen und lieben

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 135. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/146&oldid=- (Version vom 10.3.2019)