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gelernt; doch weder sein Prozeß, noch seine Liebe, hätten eine günstige Wendung erhalten, wenn er nicht das feyerliche Versprechen gegeben hätte, sowohl selbst die katholische Religion anzunehmen, als auch seine Bauern zur Annahme derselben zu bewegen. So wäre er nun in seine Grafschaft zurückgekommen, und habe das Bekehrungsgeschäft mit einem Eifer angefangen, der selbst einem Spanischen Inquisitor Ehre gemacht haben würde. Wer sich nicht gutwillig zum neuen Glauben bekennen wollen, habe in unterirdischen finstern Gewölben eine Überzeugung finden müssen, die unter freyem Himmel nicht gedeihen wollen, und so wäre zum großen Verdruß der lutherischen Mutter, dem Grafen das Bekehrungsgeschäft bis auf ein paar Familien, deren Nachkommen noch jezt lutherisch sind, und die allen Martern widerstanden, gänzlich gelungen. Nun sey der Tag erschienen, an dem die Kirche aus einer lutherischen zu einer katholischen geweiht werden sollen. Die Gemeinde und mit ihr der Graf waren in der Kirche versammelt, nur seine Schwester,

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 136. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/147&oldid=- (Version vom 10.3.2019)