Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/151

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Rechtsfinder aus Alschwangen[1] würde ich herzlich bedauern müssen, wenn er das Recht so mühsam finden sollte, als hier den unterirdischen Weg. Doch hat auch das Recht nicht leider allenthalben seine krummen dunklen Gänge?

Ein zweytes diesem ähnliches Gewölbe, gleichfalls unter einem andern tiefen Keller im Thurm, ist rund und hoch gewölbt, und mag zur Zeit als das Schloß im Jahr 1572 von dem Ordensmeister Wilhelm von Freymersen erbaut worden, zum gewöhnlichen Burgverließ bestimmt worden seyn, Durch ein kleines Fenster, das durch die Mauern in einer Höhe von 50 Fuß und höchstens 6 Zoll im Quadrat nur sparsame Lichtstrahlen hinabläßt, die trotz der Kleinheit des Fensters noch durch ein vorliegendes eisernes Gitter abgehalten werden, dringt wenigstens etwas gesunde Luft bis hieher. Wie oft mag ehemals

dieser einzige Lichtstrahl auf die Thränen

  1. Rechtsfinder nennt man ein Mitglied des, in den mehresten Gütern Kurlands Statt findenden, Bauerngerichts, welche die unter den Letten entstandene Streitigkeiten entscheide.
Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 140. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/151&oldid=- (Version vom 10.3.2019)