Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/153

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liche Fluch nur gestreift zu haben, denn das Gesicht ist nicht kenntlich mehr, nur die ganz verrenkte Hüfte ist deutlich sichtbar. Bey dem Alschwangenschen Beyhofe Balanten muß ehemals die Ostsee sich in einem tiefen Meerbusen, der allmälig versandet ist, weit ins Land hinein erstreckt haben. Man sieht hier noch deutlich ein Strandufer, ob- gleich jezt das Meer über anderthalb Meilen entfernt ist. Doch bis zum Meere hin, ist jezt nur eine flache Wiese, in der man noch Masten und Schittstrümmer zufällig gefunden hat, Von diesen ehemaligen Strandufern, die sich um die weite Fläche ziehen, erblickt man jezt ein grünes Wiesenmeer, das die Luft in kurzen leichten Wellen bewegt, bis dabin, wo schäumende Wogen ihren ehemaligen Besitz umbrausen, als wollten sie ihn wieder erobern, und sich nur zürnend zu ihrer Tiefe zurückziehn. Mir kam diese Stelle, wie ein fragmentarischer Commentar zu Buffons Epochen der Natur vor, nach dessen Meinung das Meer ehemals auf den Spitzen der Gebirge die Überreste seiner Bewohner begraben, ehe es sich

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/153&oldid=- (Version vom 10.3.2019)