Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/155

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die ein schönes Naturgemälde bilden, beschränkt. Keines der alten Schlösser Kurlands, außer Dondangen, hat sich so vollständig als dieses mit allen seinen Umgebungen in dem ganzen Geiste der Vorzeit erhalten. Wenn man von der Brücke über den Schlofsgraben in den Schlofsplatz tritt, so glaubt man sich wirklich in längst entschwundene Jahrhunderte versetzt. Das Schloß selbst in seinem regelmäßigen Quadrat mit Thürmien an den Ecken ist noch ganz bewohnt, und nur ein paar neue Zimmer sind dem einen Flügel desselben angebaut worden. Ein hohes und breites Thor führt in den rund umher von einer Gallerie eingefaßten Hofraum, wo man auf einer Treppe in die im zweyten Stocke sich befindenden Wohnzimmer gelangt. Das Schloß ist nicht sehr groß, aber ehemals fest genug gewesen. Edwahlen ist ein Stammhaus der alten Familie von Behr, und der Senior dieser Familie, ein alter ehrwürdiger Greis von bald 90 Jahren, lebt hier in der Burg seiner Väter und erinnert selbst an den treuen redlichen Sinn der Vorwelt. Geliebt von seinen

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 144. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/155&oldid=- (Version vom 10.3.2019)