Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/161

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schmückt, enthält das Gemälde eines kleinen Mädchens, das einen Rosenkranz fallen läßt, und nach einer aus röthlichen Wolken herabgereichten Hand faßt, mit der Unterschrift:

Du welker Blumenkranz fahr hin,
Die Lebenskron ist mein Gewinn.

Dieses Bild, hier vor 106 Jahren aufgestellt, hat gewiß etwas schr rührendes; die Allegorie ist so natürlich, und wenn man die Spinngewebe um den verwelkten Blumenkranz, der an diesem Denkmale elterlicher Liebe herabhängt, betrachtet, so fällt das Gewebe der Zeit so leicht ein, das nun schon längst die klagenden Eltern zugleich mit ihrem geliebten Kinde im dunklen Grabe verhällt, Auch ein Sächsischer Trompeter hat hier sein Andenken erhalten wollen, und zugleich das eines Schwedischen Collegen mit bewahrt. Ersterer bestimmte, als er hier starb, daß seine silberne Trompete, sein Huth und eine Art Schärpe mit Quasten in der Kirche aufgehängt werden sollten; doch während der Anwesenheit der Schwedischen Truppen in Kurland, nahm ihm ein Kunstbruder

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 150. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/161&oldid=- (Version vom 10.3.2019)