Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/175

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das Handwerk blieb liegen und mancher schnitt mit der Scheere oder dem Krummmesser, anstatt eines Kleides, Schuhes oder des Maßes zu beyden, Papierbogen zu, um darauf seinen eigenen Rechtsstreit mit vielen juristischen Floskeln abzuhandeln. Dem jetzigen Magistrat und dessen Sekretair gehört das für die Stadt gewiß große Verdienst, Einigkeit und Ruhe und Liebe für beyde wieder hergestellt zu haben. In drey Jahren sind in Pilten nicht so viele Händel gewesen, als ehemals in eben so viel Monaten, und wenn von der andern Seite der Handel der christlichen Bürger nicht durch ihre neuen ebräischen Brüder beschränkt worden wäre, die sie wie Wucherpflanzen umranken, so könnte der Knabe Pilten, wo nicht rasch zum Manne, doch wenigstens zum Jünglinge reifen. Ehemals, als die Windau, die jezt nur ihre leere Schaale zurückgelassen hat, hier vorbeyströmte, und wodurch also zu Wasser ein mehr ausgebreiteter Handel möglich war, soll die Stadt blühender gewesen seyn, auch die freye Stapelgerechtigkeit in dem Windauschen Hafen

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 164. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/175&oldid=- (Version vom 18.3.2019)