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aber, die er selbst in der Gegenwärt entstehen sah, schweigend vorüberzieht.

Daß die Stadt und das Bisthum Pilten vom Könige der Dänen Woldemar im Jahr 1219 gegründet worden, berichtet der dänische Geschichtsihreiber Pontanus, und nach ihm Kelch in seiner liefländischen Geschichte, wo er die Entstehung des Namens der Stadt von einem Knaben gleichfalls erzählt. Nach eben diesen Schriftstellern hieß der erste Bischof Ermund, und soll sein Bildniß mit der Beyschrift

„Introduxit me rex in cellam suam ordinavit
erga me charitatem suam, dicens:
Omnis populus obediat tibi“

haben aufrichten lassen.

Die letzten Worte waren dem neuen Bischof besonders wichtig, denn er lehrte das Volk die Obedientiam mit Feuer und Schwert. Demungeachtet müssen unter diesem geistlichen Regiment frohe Zeiten in Pilten gewesen seyn, denn unter den fünf in Lief-, Ehst- und Kurland errichteten Bisthümern hieß im Sprichworte das kurländische

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 167. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/178&oldid=- (Version vom 17.3.2019)