Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/201

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in einem andern Sinne, entweiht seyn mögen, so finde ich sie gerade auf einem Schwerte sehr passend[1]. In hoc Signo sollte auf allen Waflen der Welteroberer stehen, bey denen die Worte und Zeichen nur als Stichblätter, von einem zweyschneidigen Überzeugungsgrunde unterstützt, erscheinen. Noch sieht man hier ein Elendsgeweih, dessen man sich ehedem zur Bestrafung der Wilddiebe bediente, An den Wurzeln des schweren Geweihes ist ein starker, mit einem Gelenke versehener, eiserner Ring befestigt, in welchen man den Hals des zu Bestrafenden einschloß, und das Geweih über seinem Kopf hervorragen ließ. Wie sich die Zeiten und Sitten ändern! Jezt trägt nicht derjenige, der in fremdes Gehege schlich, das prächtige Geweih als Strafe; nein, gerade der Beraubte, als ehrendes Zeichen seiner Geduld. Diese hörnene Krone, welche, wie

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/201&oldid=- (Version vom 6.4.2019)
  1. Es ist bekannt, daß diese Buchstaben das Jesuiterzeichen sind, und so ins Kreuz gestellt in hoc signo (scilicent vinces) gelesen werden. Ich weise hierbey meine Leser auf Lichtenbergs Erklärung der Hogarthschen Kupfer, 3te Lieferung, 5te Platte, S. 221.