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Ein Ton erklingt aus jenen Tagen
Und hallt durch unser Leben hin,
Der Rührung holde Lispel tragen
Ihn bebend fort in unserm Sinn;

Und in dem letzten Abendstrahle,
Der hier in stiller Fluth verglimmt,
Erscheint aus jenem Schattenthale
Ein Bild, das schnell vorüber schwimmt;

Ein Bild von ringenden Gestalten,
Wie eines Helden Lebenslauf,
Und zarte, holde Frauen falten
Den tief gesenkten Schleier auf.

Und noch einmal schwebt sie hernieder
Die längst entflohne, ferne Zeit,
Haucht Rührung ein, in Herz und Lieder,
Und flieht dann hin zur Ewigkeit.

In der lettischen Kirche stehen eine Menge Monumente, zum Theil von schönem Marmor, welche der verstorbene Fürst Sacken seinen Vorfahren hat errichten lassen. Die Inschriften sind etwas schwülstig, aber das haut-relief an der Wand neben dem Altar, welches das Portrait, wenn ich nicht irre, der Großmutter des verstorbenen Fürsten vorstellt, wird Jeden, der es erblickt, interessiren, Ein edleres weibliches Gesicht, mit solchen Zügen voll Würde und

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 197. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/208&oldid=- (Version vom 6.4.2019)