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Leben diese Harmonie verstimmte und diese Flitterwochen der Wonne in Charwochen verwandelte? Ach! warum mußte das Schicksal mir hier zum Geburtstage einen Trauerflor als Angebinde schenken, der nur in meinem Grabe zum lichten, bis zu einer höhern Welt hinwallenden Schleyer wird? [1] – Von dem Wohnhause führt ein Weg zum nahen Park; jezt ist dieser was meine Freuden sind, die ich in ihm so oft empfunden, nur ein Bild der Erinnerung und in seinem eigentlichen Wesen beynahe ganz zur Ruine versunken. Dieser Park, ich beschreibe ihn so wie er einst war, umfaßt in einem ziemlich ansehnlichen Raum das Thal zu beyden Seiten des Baches, die mit Laub bedeckten Höhen an demselben und ein schönes Wäldchen auf dem Berge, dem Wohnhause gegenüber. Große hohe Terrassen führen zum Bach hinab, und mehrere Brücken leiten

dann in den Park. An dem Haupteingange

  1. Der 18. May war der Hochzeitstag meiner Mutter, mein Geburtstag und dann nach 22 Jahren ihr Todestag.
Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/21&oldid=- (Version vom 24.2.2019)