Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/211

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der Seeküste hinzieht, Auf der Spitze des Berges liegt ein kegellörmiger Stein vom mässiger Größe, der Ähnlichkeit mit einer Menschengestalt hat. Vor diesem Steine haben die alten heidnischen Bewohner der Gegend ihre Opfer niedergelegt, und noch in neuern Zeiten sollen die Letten zuweilen hier geopfert haben; doch schon seit mehreren Jahren ist dieser Aberglaube völlig ausgerottet.

Nicht weit vom Knabenberge befindet sich, dicht neben einem kleinen Flüßchen in einem Sandstein, eine geräumige, zum Theil schon verfallene Höhle, und in derselben ein tischförmiger Stein. Diese Höhle nennt der Lette swehtas jumprawas kambara (der heiligen Jungfrau Zimmer), Es soll hier ehemals eine große Heilige residirt haben. Außer der grünen Jungfer hat also Dondangen auch eine heilige — selbst in der Tradition ein reicher Schatz.

Ehe ich Gypken verlasse, muß ich Sie auch auf die ganz besondere Ordnung und Reinlichkeit aufmerksam machen, mit der hier, in Dondangen selbst, und in allen dondangenschen Beyhöfen, die Viehpacht besorgt

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 200. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/211&oldid=- (Version vom 7.4.2019)