Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/23

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schneidet, von der nächsten stürzenden Welle begraben. Der Kummer dagegen schlägt ihm seine Inschriften in Stein; denn des Menschen Herz gleicht der Art von Steinen, die anfangs weich und weiß gefunden wurden, aber in freyer Luft zum Felsen erhärten. Einige Schritte weiter wird dieses Bild versinnlicht; am Abhange des Berges, dem man sich, wenn man den labyrinthischen Pfad verfolgt, nähert, gelangt man ohnweit einem geraden den Berg hinanführenden Weg, zu einem großen, an den Berg sich lehnenden Stein, der wie am Eingange einer Grabhöhle zu ruhen scheint. Bruchstücke einer Grabschrift schimmern unter dem Moose hervor. Einer hohen schönen Eiche vorbey, am Abhange der Höhe, führt nun ein schlängelder Weg abermals in dunkle Erlenschatten , wo nur eine Schaukel auf einem kleinen freyen Grasplatze steht; dann über Steinstufen tritt man den Pfad, den Berg hinauf an, bis man sich an einem über die Spitzen des Gebüsches hervorragenden Obelisk befindet. der nur die Inschrift trägt: „Der 18. May 1798.“ jener schreckliche

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/23&oldid=- (Version vom 24.2.2019)