Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/254

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Dunkel des alten Testaments, gemischt. Einer von diesen Hausbewohnern hatte an den Fenstern seiner Wohnung, eines Kruges, mit gelben, rothen und blauen Strichen einige Figuren gemalt, die ich lange für einen ebräischen Spruch hielt, bis ich endlich errieth, daß sie Bouteillen, Gläser, Bretzel und Weißbrot vorstellen und zu einem Schilde dienen sollten; was ihnen auf den ersten Blick nicht anzusehen war. Es ist übrigens nicht selten, das, was man Anfangs für Sprüche geheimer Weisheit hielt, in grobgemalte Aushängeschilder des Gewerbes und der bürgerlieben Nahrung sich verwandeln zu sehen. Doch der Ebräer, der nach dem Gesetze verbunden ist, sich am Schabbas, selbst am bekannten geheimen Orte, schöne Häuser, Gemälde and dergleichen zu denken, kann im Anblick seiner eigenen Wohnung, die gewöhnlich nicht besser, als jener geheime Ort ist; und der Bilder in und an derselben, diese sehr leicht durch Gedanken an bessere verschönern, und so, wo wir ihn von Lumpen und Schmutz umgeben sehn, mit seiner Seele — den beym

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 243. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/254&oldid=- (Version vom 14.4.2019)