Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/262

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

27 Wohngebäude, die Krüge mitgerechnet, und 159 Einwohner. Man bemerkt Talsen nicht eher, als bis man nahe bey demselben einen hohen Berg hinab fährt. Tief im Grunde liegt ein großer geräumiger Krug, und an dem gegenüberliegenden Berge, auf dessen Spitze die Kirche steht, ziehen sich einige Häuser um den Kirchenberg herum, und reichen mit ihren kleinen Gärten bis zu einem im rund von Bergen umschlossenen gelegenen, schönen See hinab. Die übrigen Häuser des Städtchens, die hinter der Kirche am Abhange des Hügels zerstreut umher liegen, werden nicht vom waldegalschen Wege aus erblickt. Ich nutzte noch die letzten Strahlen der sinkenden Sonne, die ihre fliehende Vergoldung von Hügel zu Hügel trug, bis diese endlich von einer Waldspitze, wie ein schöner Traum, in Nebel zerrann, um von dieser Seite aus das liebliche Thal mit seinen umgebenden Höhen zu betrachten, und beschloß, die Nacht im Kruge zu bleiben, um mit der Morgensonne das Städtchen nach allen Seiten zu durchwandern.

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 251. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/262&oldid=- (Version vom 14.4.2019)