Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/275

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für den fühlenden Menschen hingestellt, der, wo er hinsinket in die Tiefe, wie dieser Bach, auch ein freyes Aufsteigen seines Staubes ahndet. — Der Bach bietet, ehe er sich in die nahe Abau ergießt, noch zwey andere Wasserfälle, wenig niedriger als der erste, dem Auge dar. Im Frühjahre, wenn das Wasser höher gestiegen ist, und eine Menge Nachtigallen mit ihren sanften Flötentönen die tieferen Takte der stürzenden Flut begleiten, muß dieses liebliche Thal noch reizender seyn, und ich rathe jedem Reisenden es zu besuchen und hier eine selige Stunde im Anblick einer so schönen Natur zu genießen.

In der Kirche war, als ich meinen Spaziergang geendet, auch der Gottesdienst beendigt, und ich hatte Zeit, sie näher zu betrachten. Aus der alten niedergerissenen hölzernen Kirche hatte man die mit der verlorenen Kunst der Glasmalerey gezierten Fensterscheiben hierher versetzt. Es waren Wappen des Herzogs Gotthard, wie des Herzogs Wilhelm, und ihrer Gemahlinnen; sie nahmen sich gut aus, Doch meine ich, es sollten

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/275&oldid=- (Version vom 14.4.2019)