Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/28

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Leb wohl, o Hüttchen! wo des Frühlings Blüthen
Ich from in kleinen Gärtchen fand,
Bis endlich, ach! die Rosen, die hier glühten,
Der Gram um eine Urne wand.

Auf ewig, ewig bin ich euch geschieden,
Ihr Zeugen von des Jünglings Glück.
Ich ließ euch viel – ließ euch der Jugend Frieden.
Und meiner Eltern Grab zurück.

Was ich im Anschauen dieses Thales, dieser Gebüsche und dieses klaren Baches, das ich alles nun nicht mehr mein nenne, empfand, als ich es vielleicht zum lezten Male sah – o! mit welchen schwachen Tönen nur hallte es obiges Lied nach. Doch die Beruhigung habe ich, das Wohl der redlichen Bewohner jener Fluren einem edlen, fühlenden Manne vertraut zu haben. Sie liebten mich, und auf den herzlichen Kuß meiner Bauern, auf ihre Thränen, als ich Abschied von ihnen nahm, bin ich stolzer, als hätte mich ein Monarch an sein Herz gerückt. –

Ich führe den Leser noch einmal ins Wohnhaus zurück, ihm die Spuren des merkwürdigen Wetterstrahls zu zeigen, der vor 18 Jahren hier mit einem Schlage 6 verschiedene

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/28&oldid=- (Version vom 24.2.2019)