Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/281

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dem Felsen, von der Gewalt des herabfallenden Wassers ausgehölt, empfängt den Strom und hat seinem Sturz ein weiches Bette schneeweißen aufschwellenden Schaumes bereitet; ein Wolkenstreif aus dem Staube der zerschlagenen Wassertropfen, von Sonnenstrahlen mit wechselndem Schimmer geschmückt, zieht sich, wie eine Guirlande gefärbten Äthers, über die stürzende Flut; die Ufer hallen das Brausen bebend zurück und das Felsenbette trägt den Strom, der wieder Kräfte gesammelt, endlich ruhig seiner Bestimmung entgegen, bis dahin, wo ihn das Meer in seinen Schooß empfängt und darein verhüllt.

Ihr Mächtigen der Erde! Hieher den Blick! So stürzt ein Strom! Vermögt ihr der Flut zu gebieten, die auch euch fortreißt und einst in das Meer — das ernste, stille der Ewigkeit — verhüllt? Was hilft es euch dort, einst Felsen mit eurer Kraft zerschlagen

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 270. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/281&oldid=- (Version vom 21.4.2019)