Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/283

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und dieß allenfalls da, wo die Spalten so tief ausgehölt sind, daß das Wasser nicht zu hoch fällt; eben deshalb soll auch die Windau unter der Rummel viel fischreicher, als diesseits derselben seyn. Jene sonderbare Art des Fischfanges ist als eine Seltenheit Kurlands merkwürdig, und hat zu dem Sprichworte Veranlassung gegeben, daß in Kurland die Fische in der Luft gefangen werden. Die Fischer wohnen am Strom, dem alten Schlosse, gegenüber, in Bauerhäusern, die das Malerische der Gegend vermehren. Hier, wo ein Blick den leeren wüsten Palast und die bewohnte kleine Hüte zusammenstellt — doch Hütten kann man immer für das caput mortuum gesunkener Paläste auschen, die zurückbleiben, wo jene fallen, — hier stehen die Bauerhäuser zwar bewohnt, aber im Vergleich der Ruinen so unansehnlich da, wie eine durch Schwachheit gesunkene Nation neben den Gräbern ihrer großen, mächtigen Väter. Es gewährt viel Unterhaltung, wenn man von der Höhe die schwarzen Fischerböte betrachtet, in denen alle Morgen und Abend dicht über und unter der Rummel

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 272. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/283&oldid=- (Version vom 21.4.2019)