Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/288

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wo jezt eine Hoflage befindet. Die Stadt ist wahrscheinlich mit dem Schlosse zu gleicher Zeit gegründet worden, Ihre ersten Erbauer waren freye, eingewanderte Deutsche, die an dem Ufer der Windau, wo früher ein Tannen- und Fichtenwald stand, sich anzubauen begannen. Zu welcher Zeit das Schloß den Namen Jesus Born (Jesus Bronnen) erhielt, meldet Arndt[1] — der davon spricht — mit keinem Wort. Der Name indessen, welcher im Geschmacke des damaligen religiösen Zeitalters, die Rummel zu einem göttlichen Bronnen machte, verlor sich bald, und das Schloß ward, wie die Stadt, Goldingen genannt. Die Stadt selbst war mit Gräben und Ringmauern umgeben, hatte vier Thore und galt nach damaliger Weise für eine gute Festung; was viele vom Adel bewog dort zu wohnen und Krüge anzulegen. Eine handschriftliche Chronik, aus welcher ich Auszüge erhielt, nennt mehrere Familien, als: die Altenbockum, Stromberge, Brinkener, Osten, Schlippenbachen, Brüggen, Franken,

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 277. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/288&oldid=- (Version vom 21.4.2019)
  1. Arndt 2ter Theil, Seite 46.