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Zimmer traf, indem er sich im Schornsteine theilte, durch die Mauer beyder Stockwerke schlug und dort Spuren, als wäre eine Kugel durchgefahren, zurückließ. – Nach einer schweren Krankheit war ich zum erstenmale mit meinen Eltern ausgefahren und gerade in meinem Zimmer war das Fenster und der Tisch vor demselben am meisten beschädigt. Wir kamen zurück und sahen die Verwüstung. – Ich sehe es noch wie meine Mutter in diesem Zimmer niedersank, mit welcher hohen Andacht, mit welcher Inbrunst sie dem Himmel für die Erhaltung ihres Lieblings, ihres einzigen Kindes dankte. Ja! dieses Zimmer hat mir der Segen meiner Eltern geweiht. – Hier starb mein redlicher Vater – hier! als er schon sprachlos an seinem Bette mich weinen sah, wischte er mit schwacher Hand die Thränen von meinem Gesichte, da er nicht mehr mich mit liebevollen Worten trösten konnte. Schlummre sanft theurer Vater! dein Herz war so redlich, so bieder, du eiltest, wie du immer zu sagen pflegtest, zu deinem großen Friedrich hin, dem du in 15 mörderischen

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/29&oldid=- (Version vom 25.3.2019)