Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/290

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Rad haltend, mit der Bewilligung in grünes Wachs zu siegeln, was damals nur ein Vorrecht der obern Gerichte war und an einigen Orten auch noch ist. Eine Jungfrau mit fliegendem Haar, Rad und Schwert, besonders wenn das jung erst richtig ist, bleibt doch immer eine arge Brennnessel, wäre sie auch eine Heilige! Einer alten könnte man eher das fliegende Haar für sich, und Rad und Schwert für andere verzeihen. — Ich glaube, die Heilige muß schon ziemlich bey Jahren gewesen seyn, als man sie hier in grünes Wachs zu drücken begann. Dieses Wappen, eine mit Rad und Schwert bewaffnete Jungfrau, wird noch jezt von der Stadt gebraucht, und hat sich hier vollkommen erhalten.

Das Schloß Goldingen ward früher zu einer Komthurey bestimmt, und das Wappen derselben — wie man solches in gelbem Wachs vom Jahr 1347 findet — war der barmherzige Samariter, wie er die Wunden des Menschen von Jericho auswäscht. Was die heilige Katharina mit ihrem Schwerte wund geschlagen hatte, konnte auch nur der Barmherzige heilen. Schon im Jahr 1328 muß die

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 279. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/290&oldid=- (Version vom 21.4.2019)