Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/294

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Markte zu Goldingen enthaupten lassen — was aber eine Irrung in der Jahrzahl seyn muß; denn im Anfange der Regierung der beyden Prinzen waren, so viel ich weiß, keine Kriege in Kurland selbst, und es mag also vom Jahr 1617 die Rede seyn, wo Herzog Wilhelm, nach der Ermordung der beyden Brüder von Nolden, zu den Schweden geflohen war, und schwedische Truppen hierauf in Windau und Dünamünde landeten, welche selbst den Polen, die sich Kurlands annahmen, gefährlich hätten werden können, wenn Herzog Wilhelms Bevollmächtigter, Woldemar Fahrensbach, eben so unbestechlich als tapfer gewesen wäre. Damals muß die Windau noch bis Goldingen schiffbar gewesen seyn; denn als im Jahr 1601 im August ein so tiefer Schnee fiel, daß er das ganze Land bedeckte, und es so stark fror, daß die Äpfel auf den Bäumen und das Getreide auf dem Felde verdarb, entstand eine solche Hungersnoth, daß viele tausend Menschen starben. Die Stadt Goldingen und deren damals sehr wohlhabende Einwohner, ließen zwar große Braukessel voll Speisen für die Armen

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 283. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/294&oldid=- (Version vom 21.4.2019)