Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/301

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Herzog Jakob hatte als Bedingung beym Lehnsempfange versprechen müssen, eine katholische Kirche in Goldingen und eine in Mitau erbauen zu lassen, Zu der hiesigen wurde im Jahr 1641 der erste Stein gelegt, nachdem zuvor die Messe unter einem Zelte gehalten worden war.

Im Jahr 1659 hatte das Schloß Goldingen — in welchem der schwedische General Douglas, als er von dem polnischen General Polybinsky verfolgt wurde, Infanterie und Artillerie zurückgelassen — eine harte Belagerung von den Polen auszustehen; und da der Kommandant, Oberst Spens, nicht hinlängliche Vorräthe an Proviant besorgt hatte, so litt die Besatzung bald einen solchen Man- gel, dafs alle Pferde geschlachtet wurden, um den Einwohnern zur Nahrung zu dienen. Das Schloß ergab sich mit Kapitulation, welche aber, trotz der feyerlichen Versicherung, nicht gehalten ward. Karl der Zwölfte, König von Schweden, belagerte das Schloß und eroberte es in kurzem. Man zeigt noch jezt das Haus, in welchem Karl sich damals aufgehalten haben soll. Voltaire scheint

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 290. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/301&oldid=- (Version vom 21.4.2019)