Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/307

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Über einen, nur von wenigen Stachelbeersträuchen bedeckten Platz, wo ehemals der fürstliche Garten war, und keine andere Blume mehr sprießt, als — die vielleicht heimliche Liebe pflückt, (aus der jedoch statt der Rosen auch wohl Dornenbüsche dem unvorsichtigen Sammler aufkeimen) — bitte ich den Leser, mich in die Stadt Goldingen selbst zu begleiten, um diese — von deren Vorzeit ich schon früher sprach — auch in der Gegenwart zu beschauen.

Im Jahr 1805 hatte Goldingen 1352 Einwohner, zwey Kirchen und 1354 Wohnhäuser, von welchen bloß acht gemauert waren, Da aber die Stadt im Winter von einem großen und wohlhabenden Theil des kurländischen Adels bewohnt wird, so steigt mit jedem Jahr die Anzahl guter Gebäude, mit der Zahl der Bewohner, um ein Beträchtliches. Überbaupt scheint Goldingen in mancherley Hinsicht vor den übrigen Städten Kurlands, wenn ich auch die schöne Gegend nicht mitzähle, wichtige Vorzüge zu haben, denen die Lage in der Mitte der Provinz vorzüglich beyzuzählen ist. Trotz dem, daß

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 296. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/307&oldid=- (Version vom 21.4.2019)