Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/309

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errichtet worden, von dem sich — da mehrere geschickte Dilettanten der Musik in Goldingen leben — viel Gutes erwarten läßt. Sollte man es für möglich halten, daß es hier so glänzende Bälle geben kann, als man sie selbst in kleinen deutschen Residenzen selten findet? Und doch ist es so. Ich habe selbst zu Neujahr 1806 einer Maskerade beygewohnt, auf welcher sich gegen 400 Personen befanden, und außer vielen einzelnen Masken, vier prächtige Quadrillen und mehrere Aufzüge von Charaktermasken erschienen, die zum Theil schön und gut gewählt waren.

Die Gesellschaften sind gemischt. Frohe gesellschaftliche Unterhaltung verbindet die Stände, und die drückende Fessel der Konvenienz hat Freude und ein gebildeter Umgang gelöst. — Goldingen hat ein Oberhauptmannsgericht, dessen Gerichtskreis 5 Kirchspiele umfaßt — in einem Flächeninhalt von 4000 Qnadratwersten, auf welchem 47208 männliche, und 46601 weibliche Bewohner leben. Es gehören zu dieser Oberhauptmannschaft die Städte Goldingen, Liebau, Windau,

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 298. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/309&oldid=- (Version vom 21.4.2019)