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Frieden als Knappen auf der Jagd[1]. Zur Zeit des Hermeisters Plettenberg zeichneten sich diese Dorfbewohner vorzüglich durch Tapferkeit aus. Die aus einem Dorfe, das früher Tondegadden hieß, schwammen nackt durch die Düna, und zerstörten die Böte und Flöße der Feinde — und nannten sich hierauf zum Andenken ihrer Thaten — die Nackten (Plikkenken), wie das Dorf noch jezt heißt. — Plettenberg belohnte sie durch Erneuerung ihrer alten Privilegien, und nannte sie in selbigen wiederholt Kurische Könige. Als nachher die Herzöge zur Regierung gelangten, die Kriege seltener wurden, und dem Letten, nur blos der Landarbeit bestimmt, keine Kriegsanführer mehr nöthig wurden; sank das Ansehen der armen Kurischen Könige immer mehr, und jezt haben sie nur noch den alten Königsnamen, als bloße Reminiscenz dessen, was sie nicht sind, übrig behalten. — Doch in der Geschichte der

Menschheit geschieht es wie in der Natur,

  1. So sind sie auf der Glocke in der Lippaikschen, als Jäger, mit Spiesen Wölfe verfolgend, abgebildet.
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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 306. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/317&oldid=- (Version vom 21.4.2019)