Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/319

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gen Größe, eben den Trost finden, den ein Schweizer in Tells Kapelle, oder im Beinhause zu Murten sucht. O! welch eine Menge giebt es nicht dergleichen leere Hülsen, die ehemals den Kem des Glücks für Nationen bewahrten! Ist ein zerbrochener Zepter, eine zerschmetterte Künigskrone mehr? Sind sie nicht auch dem, der sie noch besitzt, die Zeichen der ehemaligen Größe eben so sehr, als der jetzigen Dienstbarkeit? Auch die Kurischen Könige haben ein solches altes Andenken, das sie als Geschenk eines Herrmeisters bewahren, eine hölzerne braun lakirte, und mit goldenem Rande und dergleichen Sternen und halben Monde verzierte Schale, die an dem Henkel die Jahreszahl 1297 hat. — Es hat Jemand, doch ohne Grund, die Hypothese darauf gebaut, dafs die entdeckte Verschwörung, die Küttner als den Entstehungsgrund der Kurischen Könige angiebt, eine beabsichtigte Vergiftung des Herrmeisters gewesen, und daß der Entdecker derselben dafür außer seinen Privilegien auch die Schale, worin die vergiftete Speise gewesen, zum Andenken

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 308. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/319&oldid=- (Version vom 21.4.2019)