Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/337

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mannigfaltigere Aussicht genießt man vom deutschen Kirchhofe. Die Kirche selbst liegt wie eine Feste auf einer Bergspitze, von der einen Seite dem neuen Schlosse Hasenpoth, von der andern dem alten Schlosse und seinem Garten gegenüber. Beyde Schlösser liegen gleichfalls auf Bergen, und die Kluft dazwischen füllt der Ausfluß des Tebberbaches, der sich in einem Mühlenteiche endigt. Die Mühle und die am Berge unten fortlaufende Landstraße, die Brücke über den Teich, das neue Schloß mit seinem bis unten am Teiche terrassirten Garten, gewähren ein liebliches Gemälde, besonders im Kontraste mit dem alten Schlosse, das sich noch recht gut erhalten hat. Die Kluft und die Straße zwischen den Denkmälern der alten und neuen Zeit, erscheinen wie der Weg, den viele Literatoren gehen, die sich mit dem Gesichte bald der alten, bald der neuen Zeit zuwenden, und sich, je weiter sie fortschreiten, von beyden entfernen, bis sie sich endlich auf eine nackte Fläche versetzt sehen. Das alte Schloß Hasenpoth wurde von dem Herrmeister Diedrich von Grüningen im

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 324. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/337&oldid=- (Version vom 7.6.2019)