Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/338

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Jahr 1249 erbauet, doch soll hier schon vorher eine Burg der Kuren gestanden haben, weiche Beyda hieß. Es läßt sich vermuthen, daß die Feste einmal zum Theil zerstört worden ist, denn man sieht neu angebaute Stellen. Einige Theile derselben werden noch jezt bewohnt; aber man findet auch nicht das mindeste Merkwürdige der Vorzeit darin, außer einem finstern Gange, welcher, der Sage nach, unter dem Wasser und den Bergen, bis nach dem ehemaligen Kloster, dem jetzigen Krongute Hasenpoth, hingereicht haben soll. Der Eingang ist sichtbar, aber der Gang selbst soll verschüttet seyn. Daß ein solcher Gang wirklich existirt hat, ist aus mehreren Stellen, wo plötzlich die Erde einsank und wahrscheinlich dem darunter befindlichen eingestürzten Gewölbe nachfiel, zu vermuthen. Der Gang scheint deutlich zu beweisen, daß das Kloster von Nonnen besetzt gewesen ist: den armen Jungfrauen kam hier der Trost nicht vom Himmel herab, sondern unten aus der Erde herauf. Wir folgen diesem Gange auf festem Boden; aber von dem ehemaligen Kloster

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 325. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/338&oldid=- (Version vom 28.4.2019)