Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/34

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aus den Spalten ragen einzelne Tannen hervor, die, so wenig sie auch ihre Wurzel auszubreiten Raum fanden, doch kräftig fort grünen und gedeihen; – so wird es möglich, trotz dem Felsendrucke der Umgehungen, sein kleines Glück zu gründen, das um so fester steht, jemehr der harte Druck und die einsame Lage vor Neid und Verfolgung schützen; nur eine seltne Pflanze sucht der Mensch auch zwischen Felsenspalten auf, und das Talent ist selbst im entlegensten Winkel der Erde vor Verfolgung nicht gesichert. Die Muschel darf ruhig am Boden des Meeres, an ihrem Felsen kleben, nur dann nicht, wann sie eine Perle in sich verschließt.

Auch das zur Groß-Wormsahtenschen Ökonomie gehörige Gut Alschhoff, das an den Ufern der Windau liegt, verdient erwähnt zu werden. Man gelangt durch einen meilenlangen tiefen Wald auf einem Wege dahin, den zu befahren man als eine hohe Prüfung der Geduld anrechnen könnte. Er ist durch in morastigem Grunde hingeworfene große Baumstämme so kunstreich

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/34&oldid=- (Version vom 24.2.2019)