Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/348

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Herz entzückt, zieht auch wohl ein Goldammer und ein Bachstelzchen daher; und wie jener durch ein leidliches Gezwitscher, so will diese durch ein künstliches Hüpfen und Springen Aufmerksamkeit erregen. Wem fällt hier nicht die Stelle aus der Bibel ein: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ärndten nicht, sie sammeln nichr in die Scheunen; und Euer himmlischer Vater nähret sie doch; — und oft wunderbar genug Es ist eine schlimme Sache, wenn man mit dem Vorsatz in den Wagen steigt, Reisebemerkungen zu machen. Die Reise gelingt oft so schnell und gut, daß für Bemerkungen wenig Zeit übrig bleibt. Mit gespannter Aufmerksamkeit verließ ich meine Wohnung, schon frühe Morgens; aber ein feuchter, kalter, schneidender Wind drang mir die traurige Bemerkung auf, daß selbst die wenigen schönen Sommertage schon seit ein paar Jahren in meinem Vaterlande noch seltener geworden sind. Unter ärgerlichen Betrachtungen über das Klima schlief ich ein, und hätte mich das laute Bellen meines Kartouche, der den bey feuchter Luft niedrig

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 333. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/348&oldid=- (Version vom 5.5.2019)