Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/353

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weil er bey letzteren mehr Arroganz und weniger Gelehrigkeit und Trieb zur Erlernung des schweren Handwerks fand. Sollte dies nicht ein Beweis seyn, daß der Lette sehr leicht Bildung erhalten kann, sobald man sie ihm zu verschaffen nur bemüht ist? — Von Katzdangen geht der Weg, dem Krongute Neuhausen, vorbey, durch den Flecken gleiches Namens. Ersteres lehnt an die Ruinen eines alten Schlosses, das im Jahr 1277 vom Herrmeister Wolter von Nordeck erbauet ward; nur einige Mauern stehen noch, zwischen denen ein Drosselbeerbaum sich hervordrängt und mehrmals durch die Mauerspalten windet. In dem Stamme ist ein Stein fest eingewachsen und über der Mauer emporgehoben ; so, als wollte hier die lebende blühende Natur ein Denkmal der Vorzeit in ihrem Schooße der Nachwelt gleichsam entgegen tragen. Der Flecken Neuhausen besteht als solcher nur aus einer Kirche, von mehreren, ich glaube sieben Krügen umgeben. Über Appussen und Berghoff führt nun der Weg nach dem Krongute Schrunden, das sich in der Ferne

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 338. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/353&oldid=- (Version vom 5.5.2019)