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bedient seyn, und die Preise sind, in Betracht der guten Speisen und Getränke, und in Verhältniß mit denen anderer Gasthäuser, immer nur gering.

In Kurland giebt es bekanntlich keine ordinaire Post; die Stelle derselben vertreten die Königsberger Fuhrleute, deren regelmäßig einer alle 8 Tage aus Königsberg nach Riga abgeht und von da wieder zurückkehrt. Eben war hier ein solcher Fuhrmann angekommen, dessen Fracht, außer andern Waaren, auch in einem jungen Mädchen aus Preußen bestand; die einen Mohren zum Reisebegleiter hatte. Anfangs mag wohl der schwarze Gefährte — eim zweyter Monostatos — nicht willkommen gewesen seyn, und unter dem Zelthimmel des Fuhrwagens die arme Pamina selbst gesprochen haben: Mond, verstecke dich dazu! Doch, wenn es wahr ist, was der gelehrte Damasius Blymburg in seinem Liebesgarten schreibt[1], „welcher Weibsperson Frau Venus eine Brille

aufsetzt, die meinet ein Mohr sey ein Engel;“

  1. Disputatio inauguralia — von der Jungfrauenliebe, Wittenberg, 1679, Quaest.3. §1.
Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 349. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/364&oldid=- (Version vom 5.5.2019)