Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/37

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

ihren Platz im großen Weltgebäude zur Erhaltung der unbeholfnen rohen Massen einzunehmen? – Bey dem Löschen der Kalksteine fielen mir dagegen oft in einem andern Bilde die jungen Philosophen ein, wie sie ganz frisch gebrannt aus dem akademischen Kalkofen, den alte Professoren brav einheitzen, kommen, sich, jemehr ihnen Wasser zuströmt, desto mehr erhitzen, aufblähen, sieden und brausen, bis sie endlich des Spieles satt, sich bescheiden in die Ordnung ihres Wesens auflösen, und dann erst in die Fugen des Staats mit Nutzen passen und gebraucht werden können. Noch ein Plätzchen habe ich hier meinen Lesern zu zeigen, – einen kleinen nackten Berg nahe an einem Bache, der die Grenze des Gutes Alschhoff scheidet. Die Aussicht ist schön nach der Windau hin, nach einem im Hintergrunde liegenden tiefen Walde, auf die Kirche des benachbarten Gutes Niegranden und auf fruchtbare Felder und Wiesen umher. Doch! welch eine heilige Stelle ist mir dieser Hügel, den mein Vater sich zur Ruhestätte wählte; sie ist bestimmt ein kleines

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/37&oldid=- (Version vom 24.2.2019)