Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/375

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hier der Vergangenheit, welche mir in diesen feyerlichen, stillen Schatten einst die schönsten Stunden meines Lebens gewährt hatte. Aber jezt rauschten mir Wald und Strom Grabgesänge; wie die Wolken über mir dahin zogen, so war der sanfte stille Geist, dessen Daseyn, wie dieser Hain, ein Schmuck der Natur war, und der, ein Schöpfer aller dieser lieblichen Anlagen, seinen innern, für das Gute, Schöne und Erhabene, glühenden Sinn in ihnen ausgesprochen hatte, vorübergegangen. Seinen Namen trug der verwachsende Einschnitt der Rinde; — in deutlichem Zügen trug ihn mein Herz. Er ist vorübergegangen, der mir so theure, edle Mann![1] der Nachhall seines Geistes weilt in diesen Schatten, wenn gleich jener selbst nun schon dem Schattenlande entfloh.

  1. Ernst Johann von Medem, Erbbesitzer auf Rumbenhoff und Mescheneeken, legte diesen Park und das Wohngebäude, in dem er eine geraume Zeit lebte, vor ungefähr 20 Jahren an. Dieser allgemein geschätzte Redliche starb, von seiner Familie und seinen Freunden innigst betrauert, im Jahr 1804
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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 360. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/375&oldid=- (Version vom 12.5.2019)