Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/378

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schwerlich in der Idee des edlen Schöpfers dieser Anlagen liegen konnte. Ob der jetzige Besitzer nicht die so schön begonnene Allegorie, entweder auf diese Weise oder vielleicht noch viel sinnreicher, ausführen sollte ?

Das Ufer des Baches wird bald wieder höher und gewährt die schönste Ansicht, besonders an einer Stelle, wo man den Lauf des letztern auf eine ziemliche Strecke übersehen kann. Er zieht sich hier zwischen schroffen, steilen, vom Eisgange im Frühlinge zerrissenen, zum Theil nackten, zum Theil mit schönem Laub bewachsenen Ufern hin; so still und feyerlich, als fühlte er seine Bestimmung, das schöne Gemälde der Natur zu vollenden. Durch die hohen Ufer beschützt, kräuselt kein Lüftchen den glatten Spiegel der Tiefe, und rein und hell strahlt sie, von Sonnenstrahlen vergoldet, das Bild der überhängenden Zweige der Hängebirken zurück, deren eine, vom Strome im Frühling aus ihrer Wurzel gerückt, beynah horizontal über der Wasserfliuth schwebt, und ihre herabfallenden Blätter, wie Locken, in

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 363. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/378&oldid=- (Version vom 12.5.2019)