Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/384

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

worden zu seyn. Ich wußte sie nicht besser zu trösten, als mit dem Beyspiel des heiligen Makarius von Alexandrien, der sich über den Stich einer Wespe erzürnte, sogleich aber die richtige Bemerkung machte, daß es doch besser gewesen wäre, als wenn ein Elephant ihn würde getreten haben; weshalb er denn auch nachher zur Buße sechs Monate auf den Scythischen Feldern stand, und sich von jenen Insekten martern ließ. — Ein leichter Ostwind, als zürnte er über die neidische Hülle der schönen Natur, trieb die Nebel, wie Rauchwolken, fort, und bey heiterem Werter, und in einer, zufällig durch einen nach Mitau reisenden Freund vermehrten, angenehmen Gesellschaft, langte ich in Groß-Bersen, das nur ein paar Werst von Mescheneeken entfernt ist, an. Der Groß-Bersensche Park, der dem Mescheneekschen so nahe liegt, kann mit Recht als ein passendes Seitenstück zu diesem betrachtet werden. So ernst, feyerlich und erhaben die Natur allenthalben in Mescheneeken hervortritt ; so freundlich und heiter scheint sie dagegen in Groß-Bersen zu lächeln. Schon das frische Grün des Laubholzes, im Vergleich des tiefen

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 369. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/384&oldid=- (Version vom 12.5.2019)