Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/389

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von jedem, der Gefühl für dergleichen Freuden hat, nur mit warmer Theilnahme erblickt werden konnte. Mit Ehrfurcht betrachtete ich den ehrwürdigen Stamm, unter dem die Ehrenpreise ausgetheilt waren. Wie manche Tugend — nicht wie sie bey der Ofenglut der Empfindeley in den Treibhäusern der großen Welt gedeiht, sondern voll Natur, der knospenden Rose gleich — mag hier nicht, wie diese, bescheiden erröthet seyn, als ihr Verdienst bemerkt wurde, Preise für die Tugend aber, da diese selbst keinen Preis hat, werden, wenn sie nur das Ehrgefühl, jene zu bewahren, erwecken sollen, eben so glänzend mit einem Hute, als mit einer brillantenen Brustschleife ausgetheilt.

Von der Wiese aus gehen mehrere Wege durch das anstoßende Gebüsch, in welchem sich eine kleine Einsiedeley befindet, die aber kein leeres Schneckenhaus ist, sondern ihren Bewohner lebend in sich faßt. Mit einem langen Barte, in braunem Mönchsgewande trat er aus seiner Hütte und überreichte mir ein Buch, um in selbigem meinen Namen zu verzeichnen. Ich schrieb folgendes Akrostichon auf Groß-Bersen hinein,

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 374. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/389&oldid=- (Version vom 12.5.2019)